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Aktive Mitarbeit im Roten Kreuz...

1914 - 1945

Die Kolonne, die nach Ausbruch des 1. Weltkrieges bis auf nur wenige ältere aktive Mitglieder geschrumpft ist - die wehrfähigen jungen aktiven Kolonnenmitglieder wurden bereits in den ersten Augusttagen 1914 zum Wehrdienst einberufen - hatte wahrend des Krieges im Dienste der Not leidenden Bevölkerung vielseitige Aufgaben zu bewältigen. Nach den Aufzeichnungen haben sich die beiden Aktiven Jakob Dreher und Ludwig Goreth in dieser schweren Zeit herausragend und vorbildlich im Sanitätsdienst verwendet. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass die bei der Kolonne vorhandenen Verbands- und Ausrüstungsgegenstände den aufzustellenden Heereseinheiten im Lager Heuberg zu Übungszwecken zur Verfugung gestellt wurden. Infolge Verschleiß war dann bei Kriegsende kaum noch etwas Brauchbares an Ausrüstungsgegenständen vorhanden.

Trotz großer Mühe des Kolonnenführers und des Kolonnenarztes Dr. med. Mohr war es anfangs der 20er Jahre nicht möglich, in gewohnter Weise in der Kolonne erfolgreich zu wirken. Einige aktive Kolonnenmitglieder sind im Krieg gefallen. Wieder andere zurückgekehrte Mitglieder verloren nach all den Kriegsstrapazen das nötige Interesse.

Unter dem Namen ,,Männerhilfsverein vom Roten Kreuz" - die Umbenennung ist 1922 erfolgt - ist nichts unversucht geblieben, den Verein wieder in die Höhe zu bringen, was laut Protokoll im Jahre 1927 tatsachlich gelang. Verstärkt durch neue aktive Mitglieder ging man mit voller Kraft an die Arbeit zum Wohle unserer Mitmenschen. Dienstbekleidung, die notwendigen Verbands- und Ausrüstungsgegenstande konnten wiederum dank der vielseitigen Unterstützung beschafft werden. Der 1. Vorsitzende Bürgermeister Fidel Graf konnte dann im Jahre 1930 unbesorgt zur 25 -jährigen Jubiläumsfeier verbunden mit einer Schauübung einladen, an der Behörden, Dachverbande, Nachbarvereine, örtliche Vereine und die Bevölkerung in großer Anzahl teilnahmen.

Durch eine größere Werbung Jahre 1933 – das Deutsche Rote Kreuz wurde von der damaligen Reichsregierung anerkannt -wuchs der Verein auf 30 aktive Mitglieder an und gewährleistete bis zum Ausbruch des 2.Weltkrieges eine geordnete, erfolgreiche Rot-Kreuz-Arbeit. Zu dem Mitgliederstand zahlten seinerzeit auch einige aktive Mitglieder von den benachbarten Gemeinden Glashütte, Hausen im Tal, Frohnstetten und Storzingen.

Einer, wenn auch nur kurzen Bewahrungsprobe war der Verein ausgesetzt, als es im Jahre 1936 zur Fusion zwischen der Freiwilligen Sanitätskolonne Stetten a.k.M. und dem Frauenverein Stetten a.k.M. kam. Doch sehr bald zeigte es sich, dass sich die Vereinigung bewahrt hat und das gemeinsame Wirken von Erfolg gekrönt war.

Auch in den 30er Jahren gab es Wechsel in der Führung und Vorstandschaft. 1933 konnte Eugen Ziegler, Malermeister, vorübergehend als 1. Vorsitzender und Kolonnenführer gewonnen werden, der diese Ämter im Jahre 1934 an den Apotheker Herrn Hans Fuhrmann übergab. Als Bereitschaftsführerin für die weibliche Bereitschaft fungierte anfangs bis zum Kriegsende FrI. Theresia Pfeiffer. Dem aktiven Mitglied Wendelin Schlude wurde im Jahre 1934 die Geschäfts- und Kassenführung übertragen.

Als Kolonnenarzt Dr. med. Mohr im März 1937 verstarb, konnte bereits im September 1937 Dr. med. Reisinger, der zu dieser Zeit in Stetten eine Arztpraxis eröffnete, als dessen Nachfolger gewonnen werden. 30 Jahre lang bis zum Wegzug von Stetten im Jahre 1967 hat Dr. Reisinger neben seiner ständigen starken Inanspruchnahme als Arzt bereitwillig in zahlreichen Unterrichtsstunden den Helferinnen und Helfern das Wissen und Können vermittelt, das zur Ersten Hilfe der in Not geratenen Menschen notwendig war.

(c) Fotos: Foto Jeuck, Manfred Hensel, Privatbesitz Elisabeth Löffler, Wendelin Schlude, Josef Riester

Wahrend des 2. Weltkrieges hatte die weibliche Bereitschaft einen enormen Zuwachs; von Seiten der männlichen Bereitschaft war eine geordnete Rot-Kreuz-Arbeit nicht mehr möglich, da alle dienstfähigen aktiven Mitglieder zum Wehrdienst einberufen wurden. 50 aktive Helferinnen, in 2 Zügen aufgeteilt, betreuten neben all den Hilfeleistungen im Rot-Kreuz-Aufgabenbereich unter der Bereitschaftsführung von Frl. Theresia Pfeiffer und den Zugführerinnen Frl. Elisabeth Löffler und Frau Elisabeth Volk, Soldaten, Verwundete und evakuierte Menschen.

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