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Aktive Mitarbeit im Roten Kreuz...

1945 - 1980

Mit Genehmigung der franz. Militärregierung wurde am 8. Januar 1948 in Freiburg der Landesverband des "Badischen Roten Kreuzes" im Sinne des Vereinsrechtes neu gegründet und das bestehende "Badische Hilfswerk" aufgelost. Mit Schreiben vom 1. Marz 1948 wurden vom Vorsitzenden des damaligen Kreisvereines Stockach, Herrn Dr. jur. Deufel, jeweils die amtierenden Bürgermeister von Stockach, Meßkirch und Stetten a.k.M. gebeten, in ihren Gemeinden entsprechend den Satzungen des Landesverbandes einen Ortsverein des Badischen Roten Kreuzes zu gründen.

Bereits am 27. April 1948 hat Bürgermeister Gallus und Frl. Theresia Pfeiffer die früheren aktiven männlichen und weiblichen Mitglieder zu einer Neu- Gründungsversammlung eingeladen. Bei dieser Versammlung wurde dann der Ortsverein Stetten a.k.M. des DRK neu gegründet und die Vorstandschaft und Bereitschaftsführung gewählt. Alle anwesenden 18 früheren Mitglieder erklärten wieder ihren Beitritt.

Von nun ab kam wieder Leben in den Verein. Die Vorstandschaft und die Bereitschaftsführung hatten sich in Gemeinsamkeit mit den aktiven Helferinnen und Helfern zum Ziel gesetzt, in regelmäßigen Unterrichts- und Übungsstunden die Aus- und Weiterbildung voranzutreiben, um einen Ausbildungsstand zu erreichen, der allen Anforderungen gerecht werden konnte.

Nicht nur in Stetten a.k.M. selbst, sondern vor allem auch in den Nachbargemeinden Schwenningen, Heinstetten, Hartheim und Hausen im Tal wurde die Breitenausbildung betrieben und laufend "Erste-Hilfe-Kurse" abgehalten. Besonders das Ausbildungspersonal hatte diesbezüglich vor allem in den Wintermonaten großen Einsatz zu bringen. Zur erweiterten Breitenausbildung gehörten hin und wieder abgehaltene Kurse in "häuslicher Krankenpflege", Sanitätskurse reihten sich an.

Als im Frühjahr 1949 die Vorstandschaft die Weichen zu einem erweiterten Aufgabenbereich stellte, in dem sie beschloss, einen eigenen Krankentransport durchzuführen, taten sie einen gewagten Schritt nach vorne. Ab diesem Zeitpunkt wurden durch die ständige Bereitschaft der damals noch "Krankenwagenfahrer" rund um die Uhr erhöhte Anforderungen an den Ortsverein gestellt. Das Unternehmen erwies sich jedoch sehr bald als vorteilhaft und entwickelte sich positiv. Durch den enorm kürzeren Anfahrtsweg des Krankenwagens zu den Einsatzorten bzw. zu den Unfallstellen konnten die Unfallverletzten oder Kranken bereits in den bekanntlich kostbarsten ersten 10 bis 15 Minuten versorgt und abtransportiert werden.

Mit Stolz bezeichnen wir diesen Dienst als Vorläufer des heutigen Rettungsdienstes auf dem südlichen Heuberg und der Rettungswache in Stetten a.k.M.

Der Ortsverein des DRK wurde somit zum regelrechten Stützpunkt für den äußeren Heuberg, das Donautal und für die Nachbargemeinden Frohnstetten und Storzingen, die zum Einzugsbereich gehörten. Der erste Krankentransport wurde am 21. Juli 1949 mit dem vom Kreisverein Stockach, dem Ortsverein Stetten zur Verfügung gestellten Krankenwagen durchgeführt. Schon 1954 beschaffte sich der Ortsverein mit einem Kostenaufwand von rund 10.000,-DM einen mit den neuesten Errungenschaften im Krankentransportwesen ausgestatteten Krankenwagen. Danach steigerten sich die Transporte zusehends, denn mit diesem und den folgenden Spezialfahrzeugen konnten dann auch die vielen anfallenden Krankentransporte und Verlegungen vom Sanatorium Heuberg in die Universitätskliniken Freiburg, Tübingen und Ulm durchgeführt werden. Entlassungen, bzw. Heimtransporte in die Raumschaften Stuttgart, Göppingen und Bad Mergentheim waren nicht selten.

Nach dem Opel-Krankenwagen folgten Mercedes - Fahrzeuge: 1962 - Mercedes Typ 190, 1972 - Mercedes Typ 230 / 6 und im Januar 1980 - Mercedes Typ 602 / 32. Der neue Krankenwagen glich in Ausstattung und technischer Einrichtung bereits einem Rettungswagen. Um einen schnellen Einsatz im Krankentransport zu gewährleisten, wurden mit dem neuen Krankenwagen gleichzeitig 5 Funk-Meldeempfänger für die Fahrer und Beifahrer angeschafft.

(c) Fotos: Foto Jeuck, Manfred Hensel, Privatbesitz Elisabeth Löffler, Wendelin Schlude, Josef Riester

Nach der Neugründung kam es im Laufe der Zeit immer wieder zu einem Wechsel in der Vorstandschaft und Bereitschaftsführung (vgl. Chronik).

Das Jugendrotkreuz vom Jugendleiter und Ausbilder Wolfgang Schenk 1964 ins Leben gerufen, im Jahre 1968 von Rudolf Sieber, im Jahr 1973 bis Ende 1977 von Manfred Gatz und Beate Straub weitergeführt, war sehr rührig sowohl im kreativen Wirken als auch in der Rot-Kreuz-Tätigkeit bei Übungen und Einsatzen.

Seit der Neugründung wurden vom Ortsverein insbesondere auch alle Bereitschaftsdienste bei vielen sportlichen Veranstaltungen und Jubiläumsfeiern des äußeren Heubergs und der Nachbargemeinden wahrgenommen.

1969 konnte der Ortsverein seine neuen Räumlichkeiten im neu gebauten Gemeindehaus beziehen. Mit finanzieller Unterstützung des Kreisvereins Stockach und des Regierungspräsidiums Südbaden, aber auch mit einer Eigenbeteiligung von rund DM 28.000,-- hat der Verein in sein neues, schönes und modernes Domizil investiert. Von nun an fanden hier alle Dienst- und Jugendabende, aber auch die Erste-Hilfe-Kurse statt. Im Untergeschoß des Gebäudes fand der Rettungswagen Platz, womit dessen alter Schuppen neben dem Rathaus überflüssig wurde.

Die 10-tagigeAusstellung im Jahre 1970 mit dem Thema "Herz in Gefahr" unter der Regie des Ausbilders Wolfgang Schenk war von Erfolg gekrönt. Über 1.400 Personen hatten diese aktuelle Ausstellung besucht.

Am 30.12.1971 wurde im Sitzungssaal des Rathauses unter Vorsitz des Bürgermeisters Horst Lupfer das Sozialwerk e.V. gegründet. Die Träger dieser Vereinigung sind: kath. Kirchengemeinde, ev. Kirchengemeinde, Arbeiterwohlfahrt und der DRK- Ortsverein Stetten a.k.M. In den Ausschuss des Sozialwerkes e.V. (jetzt Bürgertreff 60 plus) wurden vom Roten Kreuz Elisabeth Löffler und Friedrich Straub berufen.

Neben der ständigen Rot-Kreuz-Tätigkeit kamen die Helferinnen und Helfer im Bereich der Geselligkeit nicht zu kurz; Ausfluge, Kameradschaftsabende und Weihnachtsfeiern trugen dazu bei. Bürgermeister Lupfer, der seit 1967 sich als 1. Vorsitzender durch sein aufopferndes, vorbildliches Wirken um den Ortsverein des DRK besonders verdient gemacht hat und ständig um das Wohl und Wehe des Vereins besorgt ist, nimmt jede Gelegenheit wahr, den Verein auf der Höhe zu halten. Unvergesslich bleibt den aktiven Mitgliedern die Informationsfahrt nach Berlin am 24. Juni bis 27. Juni 1971 mit einer Begegnung des DRK- Landesverbandes Berlin und Besichtigung der sozialen und technischen Einrichtungen. Eine mehrstündige Stadtrundfahrt, Besuch der Sektorengrenze und einen halbtägigen Abstecher nach Ost-Berlin schlossen sich an. Nicht weniger beeindruckte die Informationsfahrt nach Paris, verbunden mit einer Jugendbegegnung des deutschen und franzosischen Jugendrotkreuzes. Der herzliche Empfang durch den Präsidenten und die Präsidiumsmitglieder des Franzosischen Roten Kreuzes in Paris war für alle Teilnehmer eindrucksvoll. Höhepunkt dieser Begegnung war der Empfang im großen Rathaussaal durch den Vorsitzenden des Stadtrates, bei dem Parlamentsabgeordnete, das Präsidium des Franz. Roten Kreuzes, Botschaftsrat von Braun und Vertreter von Behörden zugegen waren. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Stadtrates trug sich unser 1. Vorsitzender Bürgermeister Lupfer in das Goldene Buch der Stadt Paris ein. Nach einer Besichtigung mit deutschsprachiger Führung durfte der Stehempfang mit franzosischem Champagner nicht fehlen. Wie in Berlin waren auch die Tage in Paris ausgefüllt mit Stadtrundfahrt, Besichtigungen von Rot-Kreuz-Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen, Besuchen von Tageskrippen und Altenheimen, die vom Franzosischen Roten Kreuz versorgt und betreut werden.

An der Veranstaltung der Gemeinde "Tag des Kindes" am 24. Juli und 25. Juli 1979 beteiligte sich neben der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei auch der DRK - Ortsverein. Hell begeistert waren die Schulkinder und ganz besonders die Kleinen der Kindergarten, als sie bei der Gerate- und Fahrzeugschau und Vorführung der technischen Einrichtungen selbst einmal probieren durften.

Zu einem Großeinsatz kam es seitens der DRK-Bereitschaft Stetten a.k.M. im November 1979, als über 40 Vietnamflüchtlinge im ehemaligen Kinderheim der Inneren Mission in Stetten a.k.M. eintrafen. In den ersten Tagen waren die Helferinnen und Helfer, an der Spitze Bereitschaftsführerin Frau Walburga Horn und Frau Ruth Helgenberger für die Betreuung und Verpflegung insgesamt über 500 Stunden im Einsatz.

Bis zur Kreis- bzw. Gemeindereform gehörte der DRK - Ortsverein Stetten a.k.M. zum DRK-Kreisverein Stockach, der dem Landesverband Südbaden unterstellt ist. Am 1 .Januar 1975 erfolgte die Integration in den Kreisverein Sigmaringen. Im Jubiläumsjahr waren im DRK- Ortsverein 47 aktive Helferinnen und Helfer tätig.

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